Aktuelles

4. November 2012:

Stand der Dinge: Richter Hill hat entschieden – Die Eltern dürfen die Beweise nicht sehen. Gleichzeitig sagt er aber, dass der zuständige Staatsanwalt (Ellington) das „Recht und die Verpflichtung hat, herauszufinden, ob hier ein Justizirrtum vorliegt.“ Also im Großen und Ganzen eine gute Sache, weil das Gericht davon ausgehen muss, dass der Staatsanwalt tatsächlich daran arbeitet, z.B. die 3 eidesstattlichen Erklärungen (betr. Michael Hobbs), die Ellington bereits von der Verteidigung erhalten hat. Denen muss er nachgehen, sagt das Gericht. Das klingt gut. Bezirksstaatsanwalt Scott Ellington erzählt hier den üblichen Schmarren, und geizt auch nicht mit Paradoxien: Der Fall ist abgeschlossen. Pam Hicks und Mark Byers dürfen das Beweismaterial aber nicht sehen weil der Fall noch nicht abgeschlossen ist. Ausgezeichnet. Das ist Politik in Reinkultur.

Und noch etwas: Wenn irgendwo im Internet steht „WM3 FALL WIEDER GEÖFFNET!“ dann ist das falsch. Nix wurde geöffnet. Nächste Woche sind Wahlen (Arkansas’s 1st congressional district elections) erst danach wird sich entscheiden wie es mit dem Fall weitergeht, Tests laufen noch immer, und vor allem wer dafür zuständig ist. Kann sein dass Ellington nach den Wahlen nicht mehr dafür zuständig ist, der kandidiert ja auch.. Das man zum Tode verurteil wird, 20 Jahre im Hefen sitzt und einem dann gesagt wird, dass der Fall ja noch nicht abgeschlossen ist, oder doch, oder, eventuell eher nicht.. das ist schon zum Speiben. Auch wie hier mit den Angehörigen umgegangen wird. Politikum statt Aufklärung. Ein Kriminalfall wie eine alte, verschimmelte Badezimmerdecke, wo’s einem graust, die keiner sauber machen will, wo man lieber auszieht, damit sich der Nächste damit abmühen kann…

16. September 2012:

Brief von Ken Swindle an Victor Hill. Weil man nicht damit rechnet, dass Scott Ellington bis Oktober irgendwelche Hebel in Gang setzen wird (schön langsam kristallisiert sich heraus wer hier nur ein Polit-Wappler ist) richten sich Pam Hicks und Mark Byers direkt an Richter Hill mit der Bitte um eine Anhörung im Oktober.

8. September 2012:

So, hier sind die PDF’s, „Braga v. FBI“ (gemeint ist Stephen Braga, Echols‘ Anwalt, der 2011 durch den Freedom of Information Act sämtliche FBI Dokumente einsehen wollte die mit dem Fall zu tun haben.) Nun ja, viel spaß beim „schmökern“, ich bin selbst noch nicht ganz durch jedoch gibt es hier einiges interessantes von dem man in den 18 Jahren noch nie etwas gehört hat… bspw. ein Brief von Damien Echols, datiert 29. Sept. 1994, and die FBI Behavioral Science Unit in Quantico, Virginia:

I got your address from a friend who said you may be able to help me. I was convicted on 3 counts of capital murder, but had nothing to do with any of them. I was framed by the West Memphis Police Department. They know who really committed the crime, but they refuse to do anything about it. I am going to be executed for a crime i did not committ, and am desperate for help. Even if you cannot help me, could you tell me of someone who can? I greatly appreciate you taking the time to read my letter. Thank you.

oder: 2 Beweishaare (eines auf dem Hinterteil und eines am Hals eines Opfers gefunden) wurden „zur Analyse“ weggeschickt… Testergebnisse? Wo wurden die denn jemals aufgeführt? Das FBI Labor hat zwar seine Unterstützung angeboten, das WMPD hat jedoch alle Tests vom Arkansas Staatskriminallabor durchführen lassen.

Naja… ich werd versuchen, hier früher oder später ein „Best of“ reinzustellen. Abgesehen davon ist die ganze Litanei immer noch recht durchgeschwärzt…

Hier die Antwort des WMPD bzgl. der FOI Klage und das Antwortschreiben von Pam Hicks/Mark Byers dazu hier.

1. September 2012:

„It appears that some in the law enforcement community may have engaged in either willfull blindness or reckless disregard of the truth with respect to the murders of Steve and Christopher. For example, the most statistically likely suspect for the murder of Steve was his Stepfather, Terry Hobbs. Yet Terry Hobbs was not investigated or cleared of the murders in 1993.“

Also jetzt wird Druck gemacht. In diesem Schreiben wird die ganze Partie – Polizeichef Oakes, Bürgermeister Johnson, und Staatsanwalt Ellington verklagt. Die FOIA Regeln wurden nicht eingehalten.

Die 25 Punkte (S. 2-8) bringen eines hervorragend auf den Punkt: das WMPD hat sich damals nicht mal die Mühe gemacht, nach dem wahren Täter zu suchen.

30. August 2012:

Blake Hendrix und John Philipsborn, Jason’s Anwälte, haben die Fasern, die ja angeblich immer schon für die Schuld der WM3 gesprochen haben, so jedenfalls der Staat, erneut prüfen lassen, und das Resultat hat man eh vorausahnen können: keine Ähnlichkeiten mit den Fasern, die man damals aus den Häusern der Angeklagten mitgenommen hat.

Hier lesen (inkl. Brief an Scott Ellington als pdf)

Ellington kann die Charade nicht mehr lange aufrechterhalten. Zur Erinnerung: Die Alford Pleas setzen voraus, dass die 3 ihre Unschuld bekennen und gleichzeitig anerkennen, dass es genügend Beweise gibt die bei einem neuen Verfahren zu einem Schuldspruch führen.

Die Faser-Frage ist nun endgültig erledigt. Michael Carson, der einzige, der damals Jason schwer belastet hat, hat seine Aussage letztes Jahr zurückgenommen und sagt, dass alles nur gelogen war. Der Punkt ist: da gibt es NICHTS, null, nada, niente, dass Jason Baldwin auch nur irgendwie belastet. Rechtlich ist das natürlich, wie immer, äußerst kompliziert, aber wenn einer komplett entlastet ist, gilt das auch für die anderen 2, und die Alford Pleas kann man so nicht mehr stehen lassen. Wer weiß, was da jetzt noch kommt seitens der Verteidigung.

29. August 2012:

Das WMPD hat geantwortet. pdf. Ja… die ganzen Wisch kennt man ja.

26. August 2012:

Ich versteh das auch nicht – eine Anhörung vor Richter Hill hätte schon längst stattfinden müssen…

?

11. August 2012:

Interview mit Mark Byers vom 10. August.

Das WMPD weigert sich nach wie vor den Eltern einen Blick zu gewähren. Gründe gibt’s keine – es wird seit Juni gemauert. Der Sheriff in dem Bezirk heißt übrigens Mike Allen (ja, genau der).

14. Juli 2012:

Ja, was gibt es neues: Mark Byers und Pam Hicks haben sich zusammengetan und wollen jetzt beide alle Beweise sehen. PDF hier. Sehr gut. Fehlt nur noch Todd Moore, doch der wird seine Meinung nicht ändern wie es aussieht.

Dann: Terry Hobbs, der wahrscheinlich nicht mal einen Ordner erstellen kann, hat mit „seinem“ Blog ungefähr so viel zu tun wie die Kirche mit Toleranz, sprich gar nix. Nur damit da keine Missverständnisse aufkeimen. Seht euch den Krempl nochmal an und denkt daran, dass der Schmarren zufällig zu der Zeit entstanden ist, als man die ersten 100,000$ für Informationen ausgehängt hat… „Terry Hobbs… ist ein ruhiger, entspannter Mann der seine Kinder liebt und immer da ist wenn man ihn braucht….“

1. Juli 2012:

Bezirksstaatsanwalt Scott Ellington hat jetzt mit West Memphis Polizeichef Donald Oakes vereinbart, dass Pam Hicks ein paar Sachen sehen darf. Nicht alles, wohlgemerkt, nur ein paar ausgewählte Beweisstücke. Außerdem fordert man sie auf, dass sie irgendwelche Gebühren zu entrichten hat. Hier nachlesen (Jonesboro Sun, 29. Juni). Ach ja, der Richter in diesem Bezirk heißt nicht Fogleman, sondern Victor Hill. Der hat bereits einen Brief von Pam Hicks‘ Anwalt Ken Swindle erhalten, in dem darauf hingewisen wird, dass bei Fällen, die mit dem Freedom of Information Act zu tun haben, eine Anhörung binnen 7 Tagen stattfinden muss. So wie ich das halt verstehe (Nochmal, ich bin kein Anwalt).

27. Juni 2012:

Nur damit man sieht wie sich hier wirklich JEDER die Beweiskisten anschauen und fotografieren darf, hier eine kleine Bildersammlung (vom Diskussionsforum Blue Beacon Board) aus dem Archiv des WMPD. Stevie’s Freundschaftsarmband, Echols‘ Blut(!).. alles da, wie man sieht.

So wie ich das verstehe haben weder Fogleman noch Ellington hier Entscheidungsgewalt. Wenn das WMPD ihr weiterhin den Zugriff verweigert, geht die ganze Sache vor Gericht. Und ab da wird’s dann interessant.

Das muss man sich bitte auf der Zunge zergehen lassen: Anstatt Pam Hicks einen kurzen Blick zu gewähren, nochmal, sie will nix mit nach Hause nehmen, nur gucken, lässt man sich lieber auf einen höchstwahrscheinlich für die Polizei unangenehmen Rechtsstreit ein…

Ja dann macht’s nur so weiter:-)

25. Juni 2012:

Ach, wie nett, und was für ein wunderbarer Mann: Scott Ellington. Zitat: „Lasst Mrs. Hicks einige der Dinge sehen, die sie sehen will“. Hier nachlesen. Nachdem Autopsiebilder der Opfer bei ebay aufgetaucht sind(!) und jeder Volltepp 20 Jahre lang Zugriff auf die Akten hatte, muss die Mutter eines Opfers erst vor Gericht gehen, damit sie sich die Sachen ihres toten Sohnes ansehen darf, und nur das will sie: sich die Sachen ansehen.

Ist hier etwas faul bzgl Beweise, Aufbewahrung der Beweise, Beweiskette? Neeeeeeein. Na jedenfalls hat man von Pam Hicks bzw ihrem Anwalt seit gestern noch nix gehört. Bin mal gespannt wie das weitergeht.

Pam Hicks lässt nicht locker, und das ist schon ziemlich bewundernswert. Heute gab sie zusammen mit ihrem Anwalt ein Interview auf WREG News Channel 3. Sie und ihr Anwalt sagen im Prinzip genau das was ich oben schon erwähnt habe. So etwas kann den Leuten nicht mehr egal sein.

Was werden die Sauschädel von der Polizei jetzt wohl machen?

22. Juni 2012:

Pam Hicks verklagt(!) das WMPD. Sie will Stevie’s Fahrrad zurück. Da man ihr schon gesagt hat, dass das nicht geht, will sie es zumindest sehen, sowie andere Beweise und Unterlagen aus dem WM3-Fall. WM Polizeichef Donald Oakes hat den Brief von Hicks‘ Anwalt anfang der Woche erhalten und dem Staatsanwalt weitergeleitet. Oaks sagt, dass die Akten frei zugänglich sind, jedoch nicht die, die unter Verschluss sind, dafür benötigt es eine richterliche Anordnung.

KAIT8 Video.

Eine News Conference ist glaub ich für den späteren Nachmittag geplant.

Keine Ahnung, was da jetzt kommt. Ich weiß nur: der vorsitzende Richter im Bezirk Marion (wo das ganze stattfindet) heißt John Fogleman. Ja, genau der… Das könnte also interessant werden.

Hier der Arkansas Times Artikel und die Klageschrift als pdf.

Fazit: Pam Hicks will alle Beweise einsehen. Die Absage des WMPD vom 9. Juni 2012 verstößt gegen den Freedom of Information Act.

Das muss man sich auch mal geben… jahrelang durfte jeder Hinz und Kunz im WMPD- Archiv in den WM3 Akten stöbern, laut Gary Gitchell brauchte man einfach nur zu fragen, und das zu einer Zeit als es noch Anhörungen und Tests usw. gab. Jetzt, wo der Fall offiziell abgeschlossen ist, verweigert man der leiblichen Mutter eines Opfers den Zugriff… Muss man nicht verstehen, kann man auch nicht.

Pam Hicks bei ihrem Anwalt. Neben ihr sitzt John Mark Byers. Die Eltern der ermordeten Kinder haben immer noch Fragen, die gefälligst zu beantworten sind. Alleine wie in diesem Fall mit Bewesimaterial umgegangen wird, ist zum Speiben. Terry Hobbs und Todd Moore sehen das nicht so und glauben stumpf an das „was die 24 Geschworenen gesagt haben“.

14. Juni 2012:

Hier ein Brief von Todd Moore, Vater des ermordeten Michael Moore, als Antwort auf Chris Wessel’s Artikel (10. Juni), veröffentlicht auf terryhobbs.com:

Father of WM3 murder victim certain who killed 3 boys
BY TODD MOORE
Guest Columnist

I am the father of West Memphis triple murder victim Michael Moore. I am writing this in response to your editorial in the June 6 edition of The Sun titled „Justice Unserved.“ It has always been my opinion that justice was served when Damien Echols, Jason Baldwin and Jessie Misskelley were convicted in 1994 for the brutal murder of my son and his friends.

The three men who slaughtered my son were convicted by two juries that found them guilty in 1994. Despite this, the Arkansas Supreme Court generously granted the murderers the opportunity for a new evidentiary hearing to be held Dec, 5, 2011, to show evidence they claimed proved their innocence. They could have been granted a new trial to prove these claims of innocence. Instead of presenting their „new evidence“ in open court last December, they opted to plead guilty to the murders in August 2011 in exchange for time served.

Second District Prosecuting Attorney Scott Ellington agreed to accept the defense’s plea offer for vague reasons we still don’t understand. Family members learned of the deal only at the last minute. The district attorney was new to the case. But whatever the rational, this continued to make the convicts guilty as a matter of law.

The defense team avoided sharing the results of the tests of everything with us by preemptively entering a guilty plea for their clients. Thanks to the plea deal, we may never know exactly what the defense found when the evidence was retested. Absence of DNA evidence does not prove the West Memphis Three (WM3) are innocent. The killers washed most of the evidence away in the water- filled ditch where they drowned my son. There was plenty of other evidence to convict them in 1994 without positive DNA. Most murderers are convicted without DNA evidence.

The defense attorneys for the WM3 had nearly 20 years to find „the real killer“ and failed to do so. After nearly two decades and untold millions in donated funds spent, the best they could do was find a hair that may or may not have belonged to Terry Hobbs, step- father of victim Stevie Branch. It was allegedly found on a shoelace used to tie my son. It has never been proven to actually belong to Terry Hobbs.
Even if it was Terry Hobbs‘ hair, that fact would prove nothing. Our sons were best friends, and my child spent considerable time in Terry Hobbs’s home and could have picked up the hair on his shoe. This would be „secondary transfer“ and makes the hair of no probative value. The defense has even admitted as much. Terry Hobbs did not murder my son. No credible law enforcement official believes so. Neither did Mark Byers, Mr. Bojangles nor any of the other defense red herrings.

Contrary to your editorial, it is not up to police or the prosecutor to continue to look for „the real killer.“ The real killers were arrested and charged back in 1993, were found guilty in 1994 and then admitted their guilt in 2011 after getting a lucky break. To his credit, Prosecutor Ellington has stated many times that his door is open to any new leads and evidence presented to him by the WM3 defense teams.

So far, nothing compelling enough to reopen the case has been presented to him. District Attorney Ellington stated as much the day your editorial appeared. This means despite the defense’s grandiose claims prior to the pleas, not one iota of credible evidence has been presented to show their clients‘ innocence or even to view the convicted as anything less than what they are as a matter of law and as a matter-of fact: guilty.

The WM3 defense team has been well-funded by numerous celebrities who were misinformed by the biased „Paradise Lost” documentaries. These one-sided films left out nearly all of the evidence that demonstrated the guilt of the WM3. They caused thousands of people to support the release of the convicted child killers with a very limited unndcrstanding of the actual facts of the case.

Mr. Wessel, it appears that you, like so many others, got most of your misinformation about this case from these inaccurate documentaries. If you would take the time to dig a little deeper and actually read the case file documents, you would know that there was ample evidence to convict these three men for murdering my son. These documents are readily available on websites such as www.callahan.8k.com.

Here are just a few examples of what was omitted from the documentaries:

• Jessie Misskelley confessed to the crime at least five times to police, prosecutors, even his own attorneys with his hand on a Bible. Misskelley confessed the first time after less than four hours of police questioning. That questioning was done with permission from his father. He continued to repeatedly confess in the year that followed.

• Damien Echols amassed a mental health record 500 pages long in the years immediately prior to the murders. In his own handwriting, he classified himself as a „homicidal, suicidal, schizophrenic, sociopath“ just a months before he brutally murdered my son.

• Read Damien Echols‘ current Twitter account to discover his deep-seated interest in skulls and the occult. There he also recently described artwork depicting a man sawing off his own arm as „breathtaking.“ In addition, Echols is obscenely profiting off the death of my son by selling his narcissistic books, promoting his self-serving movie, and tattooing murder groupies with his „mark.“ For two hundred dollars, you can have this sociopath tattoo an “X” on your arm. These Twitter posts and money-making schemes are a slap in the face to me, my family and my dead son.

• The movies omit the fact that these three men had no alibis. Damien Echols‘ and Jessie Misskelley’s alibis completely fell apart on the stand in the 1994 trials. Jason Baldwin’s attorneys didn’t even bother to present an alibi.

• Fibers consistent with a robe in Jason Baldwin’s home and a shirt in Damien Echols’ home were found on the victims. Blue candle wax found on Chris Byers‘ shirt was consistent with candle wax found in Damien Echols bedroom.

• The crime lab found that three different knots were used to hogtie the three victims with their own shoelaces. This points toward multiple killers rather than one killer. Witnesses say that Mr. Bojangles, the disoriented man near the crime scene that night, had a cast on one arm. No one person could have subdued and hogtied three energetic young boys–not Terry Hobbs and certainly not the one-armed Mr. Bojangles.

• A knife that could have been used in the murders was found in a lake behind Baldwin’s home. It was a unique knife with a place hold a compass on the end that witnesses described as similar to one owned by Echols.

• A car full of eyewitnesses placed Echols near the crime scene, covered with dirt, on the night of the murders.

• Numerous friends, acquaintances and cell-mates came forward with tales of confessions from all three defendants.

Throw out one or even several of those facts, and there would still be enough to prove guilt beyond a reasonable doubt.

I sat through those trials. The basic facts need to be put out there. Otherwise, it makes a mockery of my son’s short life.

Ok, was Mr. Moore meint was hier „ausgelassen“ wurde, nur mal kurz Punkt für Punkt:

Jessie hat ein paar Mal gestanden, und wiederrufen. Kennen wir.

Damien hatte psychische Probleme. Wissen wir auch. Ja, er tätowiert, schreibt Bücher, macht Geld – da er den Staat nicht verklagen konnte sei ihm das vergönnt.

Die Alibis der 3 wurden vor Gericht nicht zerdroschen – die Staatsanwälte schafften es auch nicht wie bspw. in Jessie’s Verhandlung aus einem Wrestling-Training ein offizielles Wrestling-Match zu machen. Damien hatte ein solides Alibi, das von mehreren Leuten bestätigt wurde, und Jason’s Anwalt dachte es sei eine gute Idee, keinen einzigen Alibizeugen zu laden.

Jaja, die Fasern… Ja… das Kerzenwachs. Alles kein Beweis.

Das mit den Knoten stimmt so nicht, kann man aber natürlich fetzig interpretieren (3 Knoten – 3 Täter). Ja, und Mr. Bojangles…

Mh-hm, Messer mit Kompass im See… muss Echols gehören(!)

Die Hollingsworth-Sichtung kann jeder selbst auf callahan nachlesen.

Und der letzte Punkt ist vollkommen lächerlich.

Dann: „The defense team avoided sharing the results of the tests of everything with us“ Todd Moore wurde, so wie jedes andere Elternteil, von der Verteidigung eingeladen als im November 2007 die neuen Beweise präsentiert wurden. Er verzichtete darauf.

Oder: „The real killers were arrested and charged back in 1993, were found guilty in 1994 and then admitted their guilt in 2011 after getting a lucky break.“ Glück gehabt hat hier nur der Staat. Man wusste genau, dass Richter Laser, wenn die Beweisanhörung am 5. Dezember stattgefunden hätte, ein neues Verfahren angeordnet hätte. Wie verdreht alles trotzdem ist, bestätigen die Aussagen von Ellington und Laser, die zwar beide behaupten, dass die 3 bei einem neuen Prozess höchstwahrscheinlich freigesprochen werden würden, ein krasser Gegensatz zum Wortlaut des Alford Plea, da steht nämlich, dass genügend Beweismaterial existiert, um die 3 wieder zu verknacken.

10. Juni 2012:

JUSTICE UNSERVED (Jonesboro Sun Editorial, 9. Juni 2012)

Somebody savagely murdered three little boys in West Memphis back in May of 1993. Last August, the three men convicted of the crimes were set free. They were teens at the time of the murders — two of them receiving life sentences and the third a death sentence.

With new technology, forensics and DNA tests, every piece of tested material was a negative match for the convicted men. Prosecutor Scott Ellington, who’s now running on the Democratic ticket for Congress in the 1st District, basically let the three go after 18 years in prison by offering them Alford pleas, whereby they claimed innocence but acknowledged the case against them would be insurmountable to win a not-guilty verdict.

Freedom, but not much else for serving 18 years in prison on a bum wrap that labeled them monsters.

So who viciously killed the three little Boy Scouts? Who committed this heinous act and has walked among us for nearly two decades? Why hasn’t this demon been arrested and brought to trial? Has he or she left a trail of other victims the past 20 years?

Those are questions a lot of folks are asking and demanding answers. Pam Hobbs, the mother Stevie Branch — one of the murdered boys — doesn’t think “The West Memphis Three” viciously killed her son or the other two boys.

However, she said she does think her ex-husband, Terry Hobbs, had some culpability in the murders. A hair matching his DNA was found at the scene in a knot that bound Michael Moore.

We may never know.

All we can hope is that law enforcement is still on the case, trying to bring the murderer or murderers to justice.

It’s such a tragic story. From the awful murders of the three young boys, to the wrongful convictions of three teens whose lives have been ruined. Then there are the families of all involved. We can’t begin to imagine the pain and suffering these folks have had to endure for so long.

All anyone really wants is justice.

There’s never been closure for the families of the murder victims. There’s never been closure for those who were wrongfully convicted. There’s never been closure for the communities that have had to live with the thought that a fiend lives among us.

Ellington did the right thing in allowing the West Memphis Three to be released from prison. He did it in such a way that the state wouldn’t have to pay the kind of huge monetary penalties that often come from incarcerating innocent people.

We’re sure the West Memphis Three — Damien Echols, Jason Baldwin and Jessie Misskelley Jr. — are thankful to be free, but the injustice of their case will never be fairly compensated.

It’s been one of those horrible cases where everyone loses.

The only situation that could bring some hope to the victims, their families and their communities is if law enforcement arrests, the prosecution tries and a jury convicts the person or persons responsible for a crime that has plagued Northeast Arkansas for nearly two decades.

We need that now more than ever.

—Chris Wessel

Sehr guter Artikel, mir gefällt das nicht-locker-lassen von einigen Arkansas Reportern (George Jared, Chris Wessel). Im Herbst werden Echols‘ Buch und die Doku West Of Memphis veröffentlicht, rechtzeitig zum Wahlkampf, und wer weiß, was für Ende des Jahres noch geplant ist. Jedenfalls weiß ich aus guter Quelle dass hier nicht nix passiert, sondern ein richtiger Zeitpunkt abgewartet wird. Nur zur Erinnerung: Der Fall ist offiziell geschlossen, die „Mörder“ entlassen und für den Bezirksstaatsanwalt gibt es keine Basis für ein Wideraufnahmeverfahren… scheiße Situation. Aber es wird gelingen.

7. Juni 2012:

Gestern gab es beim Sender KARK in Little Rock eine TV-Debatte mit den Abgeordneten Clark Hall und Scott Ellington (beide im Rennen für den 1st Congressional District). Hall kritisierte Ellington u.a. wegen der Freilassung der West Memphis Three.

Das hier ist alles, event. finde ich noch was.

Hier das Video. (WM3 ab 16:00) Facebook-Frage für Ellington. Wäre er für eine neue Untersuchung? Ellington: nicht interessiert… die Verteidigung hat seine Nummer, die rufen ihn wöchentlich an… ja. Clark Hall hingegen scheint für eine Wideraufnahme des Falles zu sein. Wörtlich sagt er es wurde kein Finger gerührt um den/die Mörder zu finden, die Familien haben viele Fragen die noch unbeantwortet sind.

Sehr gut, jetzt steht Ellington wirklich teppert da. Gefällt mir.

Nur darf man sich nicht zu früh freuen weil 1. das sind Politiker und 2. die sich gerade in einem Wahlkampf befinden…

1. Juni 2012:

Der absolut laxe Umgang mit Beweismaterial wird anhand des Freundschaftsarmbandes (Opfer Steven Branch) deutlich. Das Stoffarmband wurde eingesackelt und fotografiert. Hier scheint es mit der Bemerkung „mail to inv. Agency„, wie etwa das ASCL, und einer unleserlichen Unterschrift hinzugefügt worden zu sein. Hier fehlt es dann. Es steht nicht auf der Liste mit Beweisstücken obwohl es ganz oben hätte stehen müssen (E-1 sind die Kleidungsstücke des Durchreisenden John Witner), es gibt keinen Laborbericht, und laut dem obduzierenden Arzt Dr. Peretti wurde es auf Stevie’s Hand gelassen und mit ihm zusammen begraben. Abs. [303] Exhibit 68B. Andere sagen, dass es sich immer noch frei zugänglich in den Gemäuern des WMPD befindet.

Also was jetzt?

5. Mai 2012:

In Gedenken an Christopher Byers, Michael Moore und Steven Branch

Heute vor genau 19 Jahren wurden die drei 8jährigen Volksschüler brutal ermordet. Arkansas hat mit der Freilassung der West Memphis 3 letztes Jahr im August bewiesen, dass diese drei Herren mit dem Verbrechen nichts zu tun haben. Der größte Fall in der Geschichte des Staates ist nun abgeschlossen und vorbei. Deckel drüber. Fertig. Doch wie konnte das alles nur passieren? Wie kann etwas nur so dermaßen in die Hose gehen wie die Ermittlungen in diesem Fall?

2. Mai 2012:

„Wird der Fall bei den kommenden Wahlen eine Rolle spielen?“, heißt es in diesem Artikel. Eine Befragung von rund 500 Wählern in Ellington’s Bezirk hat ergeben:

70% kennen den Fall, nur 30% halten die Ex-Inhaftierten für schuldig.

Hätt ich mir nicht gedacht. Da sieht man also, dass der Fall noch ein Thema ist und Ellington das Ganze nicht so leicht unter den Teppich kehren kann. Wenn jetzt noch die Zweifler auf die Unschuldig-Seite wechseln, dann wird ihm nix mehr anderes übrigbleiben, als den Fall wieder aufzurollen. Die Wahlen finden am 22. Mai statt.

Hier noch ein Artikel vom 18. April. Ellington sagt, dass Kosten und das Thema jury misconduct eine Rolle bei seiner Entscheidung gespielt haben, den Alford Plea anzunehmen.

Na sowas. Nicht etwa die Angst vor einer absoluten Entblößung wenn in diesem Fall einmal tatsächlich die ganze Wahrheit ans Licht kommen würde?

15. März 2012:

200,000$ stehen jetzt für denjenigen bereit der wertvolle Informationen liefern kann.

Alle glaubwürdigen Beweise werden Bezirksstaatsanwalt Ellington übermittelt, der gesagt hat, dass er sich die Beweise ansehen wird, die von Echols‘ Verteidigungsteam eingereicht werden. Hier nachlesen.

Patrick Benca (von der Verteidigung) sagt: „Wir sind ermutigt von der Reaktion des ersten Belohnungsangebots und wir erhielten einige sehr wesentliche Anhaltspunkte hinsichtlich der Frage wer diese drei kleinen Buben umgebracht haben könnte.“

7. März 2012:

Ja, der kurzlebige Starrummel, zumindest um die Person Echols scheint jetzt wieder abzuebben… Was die endgültig letzten Tests ergeben haben weiß man immer noch nicht. Was in „West of Memphis“ veröffentlicht wurde, kann ich auch nicht sagen. Jedenfalls hat es für eine Wiederaufnahme nicht gereicht. Man kann nur hoffen, dass das hier nicht das „unausgesprochene Ende“ ist. Gerüchte von Beweisen, die auf Hobbs deuten, häufen sich. Ellington war der eine Haarbeweis (die beiden kastanienbraunen Barthaare auf einem Stück Schnürsenkel mit dem die Opfer festgebunden wurden) zusammen mit allen anderen Indizien offenbar nicht genug. Die Verteidigung muss nachlegen, und am besten etwas Handfestes obendrauf. Aber außer dem Hobbs’schen „Familiengeheimnis“ (was an sich schon recht heftig ist) wurde noch nichts veröffentlicht.

Ich hoffe jedenfalls, dass Terry Hobbs noch vor dem Weltuntergang verhaftet wird… Die 100 000 Dollar werden schon in einer gewissen Art und Weise dazu beitragen…

3. März 2012:

Sony Pictures Classics hat die weltweiten Rechte für „West of Memphis“ erworben. Veröffentlichungstermin gibt’s aber noch keinen…

29. Februar 2012:

West Memphis Three, ein nicht enden wollender Fall… Interview mit Jessie Misskelley Sr.

Arkansas Take Action offeriert 100,000 $ für Informationen über den Täter.

(Arkansas Take Action wurde im Nov. 2007 u.a. von Lorri Davis uns Leben gerufen. Vor zwei Tagen wurde die genannte Summe von einem anonymen Spender bereitgestellt, für neue Informationen, die zur Festnahme und zur Verurteilung der Person oder Personen führen, die für die Morde verantwortlich sind.)

Kurzes News-Video. „Die wissen wer es getan hat.“ meint Jessie, der seltsam abwesend, mit Handy in der Hand im Türrahmen hängt, während Reporterin Janice Broach ein Interview mit ihm führen will.

Hobbs hat „das Spiel satt“, und hat gerade eine 2500 Wörter Presentation für einen Verlag geschrieben, wegen dem Buch das er gerade schreibt. „Ich bin kurz davor, einen Buch-Deal abzuschließen. Ich werde meine Geschichte erzählen.“ sagte Hobbs in einem Telefon Interview.

„Ich hab das Spiel satt. Das ist kein Spiel.“

Auch brandneu: Terry Hobbs‘ Blog (!)

25. Februar 2012:

Laut Bezirksstaatsanwalt Ellington sei der West Memphis 3 Fall kein POLITIKUM. Ja, geh scheissn. Deswegen wurde Echols auch als einziger Todestraktinsasse in der Geschichte von Arkansas einfach so schwupps-di-wupps aus dem Häfn entlassen. Artikel.

14. Februar 2012:

Was ich beim Interview mit Jackson und Berg überhört hatte: Jackson hat, oder wird das FBI verklagen (bzgl. der 200, aus den Originalakten geschwärzten FBI-Dokumente). Außerdem hat Amy Beg schon des öfteren erwähnt, dass sie ungefähr 700, 800 Stunden Material hatten(!) Zweieinhalb Stunden blieben dann zuletzt übrig, unter dem Namen „West of Memphis“. Nachdem Jackson und seine Frau 2004 „Paradise Lost“ gesehen hatten, informierten sie sich über den Fall und fingen an Geld zu Spenden. 2005 gab es Kontakt zu Lorri Davis, und somit auch zu Echols Verteidigungsteam. Von da an finanzierte Jackson nicht nur die Verteidigung, sondern war auch voll in die Untersuchungen mit eingebunden. Als 2008 dann bei der Rule 37 Anhörung nichts herauskam, Richter Burnett wollte das Ganze ja nicht einmal hören, beschlossen sie kurzerhand, eine Dokumentation darüber zu drehen…

Jedenfalls finde ich diese Herangehensweise nicht schlecht. Auch wenn es für manche prätentiös erscheinen mag. Fakt ist das als nächstes keine DVD auf Ellington’s Schreibtisch landen wird, sondern echtes Beweismaterial. Zurzeit weiß niemand so genau, was die Verteidigung noch vor hat bzw. noch in der Hand hat.

12. Februar 2012:

Ellington hat keinen leichten Job. Er muss die Zulässigkeit bzw. Unzulässigkeit der gesamten Beweise beurteilen. Wenn die zulässigen Beweise ihn überzeugen, dass Terry Hobbs das Verbrechen begangen hat, wird er auch ein Verfahren gegen ihn in die Wege leiten. Wie man weiß, hat es ihn nicht überzeugt. Er braucht mehr. Sehen wir uns in der zwischenzeit nochmal kurz an, was Ellington zu beurteilen hatte: Welche Aussagen von Terry Hobbs belasten ihn selbst? (Im Prinzip alle längeren Interviews: Dimension Films Interview 2006, erstes WMPD Interview 2007, Dixie Chicks Rechtsstreit 2009) Welche Aussagen (von anderen Person) belasten ihn noch? Wer sind diese Personen? usw. Dabei muss man verschiedene Hörensagen-Regeln berücksichtigen. Dann: Sind das Tierbisse oder Messerwunden? Prämortale oder postmortale Wunden? Was deutet auf einen anderen Tatort hin? Konnte der Hautabdruck (Opfer Steven Branch) überhaupt im Abwassergraben entstehen? Warum gibt es Tierhaare unter den Schnürsenkelbindungen? Was beweist das Haar von David Jacoby? usw. usw.

Was jedoch noch komplett ausständig ist:

1. Ein Laborbericht bzgl. der Fasern aus Hobbs‘ Taschenmesser.

2. Konnte man die zahlreichen Tierhaare schon identifizieren?

Interview mit John Mark Byers. Byers hat seit Sommer 2007 (mtDNA Testergebnisse/ erstes TH Interview) seine absoluten Zweifel, ob die WM3 tatsächlich schuldig sind, vor allem, weil ihm Chefinspektor Gitchell direkt ins Gesicht gelogen hat, als er sagte, dass alle Eltern überprüft worden sind. Byers, der es ja nicht gerade leicht hatte („Paradise Lost 2“ hüstel hüstel) wird mit Sicherheit keine Ruhe geben, bis hier endlich etwas passiert.

Auch noch erwähnenswert: Ron Lax (von der Verteidigung beauftragter Privatdetektiv, Inquisitor Inc. in Memphis, Tennessee) hat sich bei Terry Hobbs‘ Arbeitsplatz (Memphis Ice Company) erkundigt und herausgefunden, dass TH am 5. Mai 1993 nicht gearbeitet hat. Steht jedenfalls in diesem Artikel.

Das hat jetzt mit den Morden per se nichts zu tun, es zeigt aber, dass Hobbs hier (S. 71) und hier (pdf 14) gelogen hat wenn er sagt, dass er am 5. Mai von der Arbeit zurück gekommen ist.

Völliger Wahnsinn, wenn Gitchell behauptet, dass Hobbs interviewed worden ist, wenn Terry Hobbs selbst sagt, dass er nie interviewed worden ist. Exhibit X, Seite 4. Rachael Geiser ist Privatdetektivin bei Inquisitor Inc.

10. Februar 2012:

Ex-Richter Burnett gibt hier seinen Senf zum Besten.

„West Memphis 3 Richter David Burnett bricht sein Schweigen.“ Nur, wer sich hier eine Offenbarung im Stile von „Wir haben einen Fehler gemacht“ erwartet, wird auch gleich enttäuscht sein.

Burnett: „So wie das geendet hat ist das jetzt meiner Meinung nach eine Hollywood Komödie und ich mag das nicht.“

Tja, Meinungen sind wie Arschlöcher…

7. Februar 2012:

Ja… Ellington hat bestimmt andere Dinge zu tun. Aber zu sagen, dasss er erst eine Basis für die Wiederaufnahme einer Untersuchung suchen muss, kann nur auf nicht vorhandende Fallkenntnisse zurückzuführen sein. Und das ist eine ernsthafte Frage: Was weiß dieser Mann über den Fall? Die Beweise, die gegen Terry Hobbs sprechen passen auf keine Kuhhaut mehr. Und ich rede hier nicht von extrem belastenden Aussagen – 2, nein, 3 kastanienbraune Barthaare die Hobbs‘ mitochondriale DNA enthalten wurden – auf welchem Schnürsenkel gefunden? -Auf Michael Moore’s Schnürsenkel. Ist das das Stück, das nicht aus den Kinderschuhen stammt? Keiner weiß das! Das ist Grund genug! Jeder, der die Fakten kennt, weiß, dass Damien Echols, Jason Baldwin und Jessie Misskelley mit weit weniger Indizien verknackt und zum Tode verurteilt worden sind! Und Ellington redet hier ernsthaft von einer Basis…?!?

Und hier ist etwas, das ich erst vor kurzem erfahren habe: Im Zuge der PL3 DVD Veröffentlichung wurden ein paar Deleted Scenes von PL1 ebenfalls veröffentlicht (s. Damien’s Halskette). So, weiß der Teufel warum es eine bestimmte Deleted Scene nicht auf die DVD, oder ins Internet geschafft hat, aber es gibt eine Szene, ein Auschnitt aus einem Interview mit Gary Gitchell, Chefinspektor, aufgenommen ca. zu Beginn der Ermittlungen 1993, vor den Prozessen. Gitchell spricht davon, dass die Blutproben vom Verdächtigen aus dem Bojangles Restaurant ins Labor geschickt worden sind, dort getestet wurden, das Ganze zurück geschickt wurde und schlussendlich nichts mit dem Fall zu tun hatte(!!!) Det. Bryn Ridge sagt später im Echols/Baldwin Prozess aus, das besagte Blutproben nie im Labor angekommen sind weil er (Ridge) sie verloren hat.

Diese Szene gibt es seltsamerweise nur in den USA auf dem Pay-TV Sender HBO GO(!) Darf ja nicht wahr sein.. Warum Joe Berlinger und Bruce Sinofsky auf so etwas 18 Jahre lang sitzen bleiben, ist mir ein Rätsel. Man hätte Gitchell damals sofort mit Ridge’s Aussage konfrontieren sollen, denn einer von den beiden lügt, und es kann ja nur Gitchell sein (Die Verteidigung hätte über solche Testergebnisse bescheid gewusst, von denen Gitchell redet, wenn sie existiert hätten.)

Also, eine scheiß Sauerei nach der anderen bitte! Das ist im Prinzip was Echols meint, wenn er über Korruption redet.

Damien Echols, Lorri Davis und Amy Berg bei Democracy Now!

Echols: „Wir werden das nicht abschließen können bis wir nicht vollkommen und absolut entlastet sind, die richtigen Leute im Gefängnis sitzen, und die Korruption entblößt ist.“

5. Februar 2012:

„West of Memphis“ wird voraussichtlich erst im September in die Kinos kommen, da Peter Jackson noch keinen Vetrieb finden konnte. Bislang wurde WoM nur auf Festivals gezeigt.

Ich glaube eher, dass Jackson und Berg den Film noch etwas erweitern wollen (ausstehende Testergebnisse, klare Antwort von Ellington) da sie mit dem jetzigen „Ende“ nicht zufrieden sind (oder nicht zufrieden sein können) Unabhängige Vertriebe gibt’s ja genug, und Peter Jackson ist einfach zu bekannt… also daran kann es meiner Meinung nach nicht liegen.

2. Februar 2012:

Die Interviews mit Mark Byers und Pam Hobbs nach der „West of Memphis“ Vorführung im Belcourt Theatre machen klar was die beiden anderen Eltern der ermordeten Kinder von der jetzigen Situation halten.

Pam Hobbs: „Als Bürger des Staates Arkansas verlange ich das die den Fall wieder öffnen.“

Pam Hobbs heißt jetzt übrigens wieder Pamela Marie Hicks (ihr Mädchenname).

31. Januar 2012:

Ellington hat sich das Ganze angesehen und sagt dazu folgendes: „Im Augenblick würde ich nicht viel damit machen, wenn nicht noch mehr dazu kommt.“ Er glaubt, dass das Ganze nicht so einen stichhaltigen Wert hat wie die Verteidigung oder die Anhänger glauben das es haben sollte. Weiters sagt er, dass es bestimmt nicht seine Absicht ist, eine 18 Jahre alte Morduntersuchung wieder zu öffnen ohne zumindest eine gute Basis dafür zu haben. Er probiert gerade einzuschätzen ob diese Basis existiert.

30. Januar 2012:

„Ein Pardon wird mir nicht 20 Jahre meines Lebens zurückgeben.“ sagte Damien im Oktober 2011 nach einer PL3 Vorführung. Artikel. Und ein Pardon ist hier sowieso fehl am Platz. Pardon heißt: „Wir vergeben dir (für das, was du getan hast)“. Da keiner der drei Ex-Inhaftierten irgendetwas getan hat, gibt es auch nichts zu vergeben.

So wie sie jetzt herumlaufen, sind alle 3 verurteilte Kindermörder. Da stell ich mir ein Vorstellungsgespräch etwas unangenehm vor… Nur eine vollständige Entlastung kann diesen scheiß Zustand ändern.

Ein neuer Brief von den Moores an die Academy, diesmal zusammen mit Steve Branch Sr. (Stevie’s richtigem Vater) und Terry Hobbs verfasst.

Hinweis: Die Seite wm3truth.com wurde von einem WM3 Gegner verfasst.

28. Januar 2012:

Keine neuen Meldungen.

Doch… Ich bekomme gerade herein, dass Bezirksstaatsanwalt Ellington das Paket scheinbar bereits geöffnet hat und dass das Ganze jetzt ungefähr so aussieht.

Man darf auf weiteres gespannt sein.

27. Januar 2012:

„Wir haben nichts zu verbergen.“ sagt Damien. Er hat kein Problem damit, nach der „West of Memphis“ Vorführung im Belcourt Theatre Fragen zu beantworten.

26. Januar 2012:

Jessie, der das Rampenlicht meidet und in aller Stille zu seiner Familie zurückgekehrt ist, hofft, dass man den wahren Täter bald fasst.

25. Januar 2012:

Amanda Hobbs, die leibliche Tochter von Terry und Pam Hobbs, war gerade mal 4 Jahre alt, als ihr Bruder Steven Branch ermordet wurde. Der Hobbs v. Pasdar Rechtsstreit aus dem Jahr 2009 ermöglichte einen kurzen Einblick in ihr Seelenleben (Auszüge aus ihrem Tagebuch auf Seite 562). Vor Jahren gab es Gerüchte über Hypnosesitzungen, die aber unbestätigt blieben. Erst gestern reagierte sie auf die neuen Anschuldigungen gegen ihren Vater.

„Staatsanwalt Scott Ellington, der den Fall im August behandelt hat, hat gestern gesagt, dass er ein Packet vom Verteidigungsteam erhalten habe aber noch keine Gelegenheit hatte es sich anzusehen. Obwohl er bereits im Vorfeld gesagt hat, dass er glaubt das die wahren Mörder verurteilt wurden, hat er versprochen, sich die neuen Beweise der Verteidigung anzusehen.“ Hier nachlesen.

Hah! „versprochen“ ist lieb.

24. Januar 2012:

Tatsächlich – „Paradise Lost 3: Purgatory“ ist für den Oscar nominiert.

Robert P. Epstein, Vorsitzender der Academy Awards, erhielt diesen Brief von Todd und Diana Moore (Eltern des ermordeten Michael Moore).

Auszug: „Wir flehen die Academy an, die Mörder unseres Kindes nicht zu honorieren und auch nicht die Regisseure, die von einer der größten Betrügereien profitiert haben, die jemals unter dem Deckmantel eines „Dokumentarfilms“ begangen wurden.“

Interview mit Pam Hobbs.

23. Januar 2012:

Artikel („Hollywood gesteuerte Verteidigung…“)

Interview mit Damien Echols.

22. Januar 2012:

Die Macher von „West of Memphis“ fordern Hobbs bei einer Pressekonferenz heraus.

„Da ist keine Seele drin. Es ist korrupt und hässlich und einfach anders.“ – Amy Berg nachdem sie Richter Burnett interviewt hat:-)

„So etwas durchzumachen zerstört dich in vielerlei Hinsicht. Verzeihen Sie meine Sprache, aber es fickt dich in einer Art und Weise wie du es dir nicht vorstellen kannst.“ – Damien Echols nach einer „West of Memphis“ Vorführung.

Interview mit Peter Jackson (Produzent) und Amy Berg (Regisseurin) von „West of Memphis“.

Geredet wird u.a. über das Nicht-Herankommen an 200 Seiten FBI Dokumente, die aus den ursprünglichen Fallakten „geschwärzt“ wurden, und das man unbrauchbares, menschliches Blut an ungewöhnlichen Stellen entdeckt hat. Jackson ist voll drauf, und der meint es ernst. Er ist seit Jahren anonymer Finanzier der Untersuchung und hat das bewusst vor der Öffentlichkeit geheim gehalten.

Interview mit Joe Berlinger (Regisseur der Paradise Lost Filme).

Jason, Damien und Jessie plaudern über die jüngsten Geschehnisse.

Deleted Scene aus ‚Paradise Lost: The Child Murders at Robin Hood Hills‘. Gegen Ende des Echols/Baldwin Verfahrens trafen sich die Verteidiger und die beiden Staatsanwälte in einem Hotelzimmer, um die Sache mit Damien Echols Halskette zu besprechen.

Und hier noch die Geraldo Talk Show von 1994, ein Devil Worship Special.

21. Januar 2012:

Heute feiert „West of Memphis“ Premiere am Sundance Film Festival.

Gestern wurde Terry Hobbs, Stiefvater von Stevie Branch, mit neuen Anschuldigungen konfrontiert.

Chronologisch zusammengefasst heißt das:

2003/2004 — Michael Hobbs, jr. und ein Freund hören zwei Männer im Kellergeschoss reden. Michael Hobbs and Terry Hobbs.

2007/8 — Michael Hobbs erzählt zwei Freunden vom „Hobbs Familiengeheimnis“.

2007/2008 — Ein Freund erzählt seiner Mutter von den Offenbarungen. Die Mutter gibt eine vereidigte Erklärung zu den Details ab.

2009 — Zwei der drei Männer die an die Öffentlichkeit gingen wurden verhaftet. Michael Hobbs jr. liefert Beweise gegen sie.

2010 — Michael Hobbs jr. ist zu Hause mit zwei anderen Freunden und erzählt ihnen, dass sein Onkel die Kinder im West Memphis 3 Fall umgebracht hat.

Dezember 11, 2011 — Die Confidential Tip Line wird angerufen.

Dezember 16, 2011 — Drei Männer kommen nach Washington D.C: um sich mit den Anwälten Steve Braga und Lonie Soury zu treffen. Sie geben eidesstattliche Erklärungen ab und unterziehen sich einem Lügendetektortest.

Januar 19, 2012 – Die Materialien werden Craighead County Staatsanwalt Scott Ellington zugesandt.

Das „Hobbs Familiengeheimnis“… Informationen aus zweiter oder dritter Hand sollte man auf jeden Fall kritisch betrachten. Die 3 Zeugen sagen unter Eid aus, dass Michael Jr. gesagt hat, dass sein Vater gesagt hat, dass Terry Hobbs die 3 Kinder umgebracht hat. Die Details, die Braga und Soury soweit den Medien präsentiert haben werfen Fragen auf (wer sind die 3 überhaupt?). Jedenfalls, für Hobbs kann es keinen beschisseneren Zeitpunkt geben. Gerade jetzt, wo ihm etwas Entlastendes gut zu Gesicht stehen würde, passiert sowas. Die von der WM3 Verteidigung durchgeführten eidesstattlichen Erklärungen samt Lügendetektortests sind gestern auf Bezirksanwalt Ellington’s Schreibtisch gelandet (mit dem Ziel, dass dieser ein Verfahren gegen Hobbs in die Wege leitet).

Meiner Meinung nach sollte man sich hier lediglich auf Michael Hobbs (THs Bruder) bzw. seinen Sohn (THs Neffe) konzentrieren (wären die beiden bereit, vor einer Jury auszusagen?).

Michael Hobbs findet all das lächerlich (u.a. hier nachzulesen).

Einer unbestätigten Quelle zufolge (Sheila Hicks Muse, Stevie Branch’s Tante) wurden im Gelenk eines Taschenmessers (aus Hobbs‘ Sammlung) Fasern entdeckt, die mit den Schnürsenkeln (mit denen die 3 Kinder festgebunden wurden) übereinstimmen. Das glaub ich natürlich erst wenn ich etwas offizielles sehe. Sollte das tatsächlich stimmen dann wär’s das im Prinzip gewesen.

Der Druck, der jetzt auf Hobbs ausgeübt wird (und die gleichzeitige Präsentation einer jahrelangen unabhängigen Untersuchung in Form einer Dokumentation) kommt nicht von irgendwo her. Man darf also gespannt sein, ob Ellington das Ganze als Humbug abtut oder nicht. Dabei bleibt offen, ob Ellington über die noch ausstehenden Testergebnisse bescheid weiß. Als die WM3 letzten August spontan entlassen wurden gingen die Tests ja weiter, weil man damals noch den 5. Dezember als Stichtag im Auge hatte…

18. Januar 2012:

Sieht so aus, als ob der Dokumentarfilm Paradise Lost 3: Purgatory (2011, Bruce Sinofsky, Joe Berlinger) auf der Liste der Oscar-Nominierten steht. Wer den Film sehen möchte, kann entweder hier saugen (auf gut Glück), oder sich hier anmelden. Als Mitglied kann man sich dort den gesamten Film anschauen (kostenlos natürlich).

Bald wird ein zweiter Film erscheinen, West of Memphis (2012, Amy Berg), der sich gezielt mit den Beweisen in diesem Fall auseinandersetzt (Stichwort Tierbisse, außerdem gibt es neue Interviews u.a. von Michael Carson und David Jacoby). Und dann noch ein dritter, Devil’s Knot (2012, Atom Egoyan), ein Spielfilm, der sich aber noch in Produktion befindet.

Was viele vielleicht nicht gewusst haben (mich eingeschlossen) – der Neuseeländer Peter Jackson, ja, der Peter Jackson, hat u.a. für die teuren DNA Tests einiges springen lassen (mehrere hunderttausend Dollar). Hut ab also vor einem großartigen Filmemacher (der Mann hat in seinen Anfangstagen „Bad Taste“ und „Braindead“ gedreht!), der sich privat so dermaßen einer Sache widmet. Hier ein Interview (mit Jackson, Echols, etc.)

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Die West Memphis 3 wurden am 19. August 2011 aus dem Gefängnis entlassen!

„Es ist nicht perfekt. Es ist überhaupt nicht perfekt. Es sind zumindest einige Aspekte abgeschlossen, wir können trotzdem neue Beweise liefern, wir können die Untersuchung weiterführen die wir gerade machen, wir können immer noch unsere Namen reinwaschen. Der einzige Unterschied ist, dass wir es nun von daußen machen können anstatt im Gefängnis zu sitzen.“ Damien Echols bei der Pressekonferenz nach der Anhörung auf die Frage ob es das ist wonach er gesucht hat.

Anhörung

Auszüge:

Echols: „Euer Ehren, ich bin unschuldig im Sinne der Anklage, aber ich reiche heute auf Anraten meiner Verteidigung einen Alford Plea ein, und es ist in meinem Verständnis das es in meinem besten Interesse ist…“

Baldwin: „Euer Ehren, zu aller erst, ich bin unschuldig des Mordes an Christopher Byers, Michael Moore und Steven Branch. Wie auch immer, nachdem ich 18 Jahre in einem Strafgefängnis dafür abgesessen habe, stimme ich zu das es im besten Interesse des Staates, und auch in meinem Interesse ist, das ich mich basierend auf North Carolina vs. Alford des Mordes für schuldig bekenne…“

Misskelley: „Ich bekenne mich schuldig, basierend auf North Carolina vs. Alford, obwohl ich unschuldig bin… dieses Bekenntnis ist in meinem besten Interesse…“

Richter Laser: „Das Gericht findet jeden Angeklagten des Mordes für schuldig, und die modifizierte Anklage im Wortlaut des Alford Pleas, obwohl sie in diesem Zusammenhang ihre Unschuld bekennen.““Es ist ein Schuldbekenntnis mit einer Unschuldserklärung.“

Ich glaub mehr gibt es hier nicht zu sagen… Schuldig: ja, aber nur auf dem Papier.

Dieser Alford Plea wurde von der Verteidigung beantragt, aus guten Gründen: 1. wie man weiß dauert Jurisdiktion in Arkansas etwas lange… ein neuer Prozess wäre wahrscheinlich über mehrere Jahre hinausgezogen worden. 2. Echols geht schon buchstäblich auf dem Zahnfleisch daher, und 3. Die Untersuchung, die die Verteidigung schon seit Jahren am laufen hat kann man auch von draußen führen.

21. September 2011:

Interview mit Jason.

Interview mit Damien & Lorri.

4. September 2011:

Patrick Benca (Echols‘ Verteidigung) spricht hier u.a. über den Alford Plea.

1. September 2011:

Die Alford Pleas: E/B/M

Echols‘ Alford Plea im Wortlaut:

9. Ich bekenne mich „SCHULDIG“ und möchte das Gericht hochachtungsvoll bitten mein Schuldbekenntnis zu akzeptieren und einzureichen, obwohl ich meine Unschuld bewahre, erlaubt durch North Carolina v. Alford, 400 U.S. 25 (1970), State v. Davis, 366 Ark. 401 (2006), Ich akzeptiere, dass der Staat ausreichende Beweise einer Jury hätte präsentieren können um Schuld jenseits eines begründeten Zweifels zu beweisen.

27. August 2011:

Hier die komplette Q&A-Session.

Ellington meint, dass die neuen Bewesie (der Verteidigung) keine Relevanz haben. Weiters sagt er, dass niemand mit Beweisen zu ihm kommen soll. Erst nachdem die Verteidigung Beweise geprüft hat ist er gewillt sich diese näher anzusehen. Weiters sagt er, dass das Arkansas Kriminallabor damit einverstanden ist alle DNA Beweise der Verteidigung durch das CODIS laufen zu lassen (eine vom FBI ins Leben gerufene DNA Datenbank).

26. August 2011:

Terry Hobbs (Stiefvater des ermordeten Stevie) äußert sich zur Freilassung der WM3.

Gestern gab es eine Q&A-Session mit folgenden Personen: Staatsanwalt Ellington, Autorin Mara Leveritt, Capi Peck von Arkansas Take Action, Pat Benca (Damien’s Verteidigung), Jeff Rosenzweig (Jessie’s Verteidigung), Blake Hendrix (Jason’s Verteidigung). Generalstaatsanwalt Dustin McDaniel war auch eingeladen, konnte aber nicht kommen.

22. August 2011:

In einem Artikel heißt es, die Staatsanwaltschaft habe ein simples Schuldgeständnis vorgeschlagen (plea deal), das aber von der WM3-Verteidigung abgelehnt wurde. Danach wurde von der Verteidigung ein no-contest plea vorgeschlagen, dann, schlussendlich, der alford plea.

19. August 2011:

Spontan einberufene Anhörung vor dem Richter mit allen 3 Angeklagten

Die Gerüchteküche brodelt enorm. Da geh ich gar nicht drauf ein. Ich werde erst ab ca. 18 Uhr (10 Uhr Arkansas Zeit) die ersten Meldungen posten, die direkt aus dem Gericht gezwitschert, getwittert oder was auch immer werden! Man darf gespannt sein…

ca. 7:30 Uhr Ark. Zeit: Keine Ahnung warum schon vor der Anhörung, aber:

ALLE DREI SIND ENTLASSEN!!! (bestätigt)

vorerst einmal großartig… Details kommen noch.

… auffällig ist: der Staat wird die 3 nicht einfach so freilassen wenn man sich sicher wäre das man sie bei einem neuen Prozess nochmal, und dann für immer verknacken könnte… so wie’s jetzt aussieht sind sie aber bereits auf freiem Fuß… der Staat weiß ganz genau das es einen Scheißdreck gegen die 3 gibt! So ist das und nicht anders.

Abe das ist jetzt auch nur ein Gedanke, und warum alle 3, und vor allem ein Todestrakt-Kandidat vor einer groß angekündigten Beweisanhörung einfach so bei der Tür rausspazieren können versteh ich überhaupt nicht.

Naja, wie gesagt, Eindeutiges kommt noch.

11 Uhr Ark. Zeit: OK, sieht so aus als ob alle 3 einen Alford Plea eingehen. Das heißt sie müssen sich für schuldig bekennen, kommen aber raus…

Kapier ich immer noch nicht ganz. Bin ja auch kein Anwalt. Nach der Anhörung, bei der glaube ich keine Medien erlaubt sind, gibt es eine Pressekonferenz mit allen drei Angeklagten, da wird man dann mehr erfahren.

Ich geb ja zu das ich zurzeit ziemlich planlos bin angesichts des ganzen Chaos und dem juristischen Fachchinesisch, und die Server fallen jetzt auch regelmäßig wegen Überlastung aus… nur die Ruhe…

Pressekonferenz ist vorbei… war ziemlich emotional…

Also die 3 sind frei, das steht fest. „Ich bin zu müde um zu kämpfen. Mein Leben war ein einziger Alptraum“, sagte Echols bzgl des Plea Deals bzw. Alford Pleas, danach gab es eine Umarmung mit Jason, der den Deal Damien zu liebe angenommen hat obwohl er anfangs nicht wollte.  Alles zusammen heißt das: die 3 bekennen sich offiziell für schuldig, bleiben aber trotzdem dabei das sie absolut unschuldig sind. Sie können den Staat nicht auf Millionen verklagen. Zusätzlich müssen sie 10 Jahre lang verflucht aufpassen das sie ja nicht irgendwie mit dem Gesetz in Konflikt kommen (suspended sentence). Sollte das passieren gibt es nochmal 21 Jahre(!) abzusitzen.

Eine bittersüße Erlösung… Staatsanwalt Ellington sagt, dass er die 3 für absolut schuldig hält, dass alle drei bei einem neuen Verfahren höchstwahrscheinlich freigesprochen worden wären, und dass er hofft und betet das er die richtige Entscheidung getroffen hat und die 3 auch wirklich rehabilitiert sind…

Vor allem sagt er, dass dieser Fall abgeschlossen ist, d.h. es wird auch keine Beweisanhörung im Dezember geben.

Jedenfalls kann man sich für die 3 nur freuen. Endlich weg aus einer „feindlichen Umgebung die nur darauf aus ist dir etwas anhaben zu wollen“ (so hat es Jason formuliert). Sicherheitsvorkehrungen sollten auch draußen getroffen werden, weil es bestimmt viele stumpfsinnige, gefährliche Idioten gibt die jetzt glauben das da gerade drei Satanisten- Kindermörder freigelassen wurden. Ich persönlich wünsche allen dreien nur das Beste, und auf das ihre Namen so schnell wie möglich wieder reingeschwaschen werden.

http://www.myfoxmemphis.com/dpp/news/west-memphis-three-given-time-served-for-murders-mfo-20110819

http://www.kait8.com/story/15297100/west-memphis-3-private-hearing-currently-underway

18. August 2011:

Richter Laser kündigt für MORGEN, 19. August eine Anhörung an(!!!)!

Arkansas Online

7. August 2011:

Die Beweisanhörung wird ungefähr so ablaufen:

1. Eröffnungsplädoyers. Alle drei Angeklagten kommen zu Wort. Danach äußert sich der Staat dazu. Die Eröffnungsplädoyers geben dem Gericht einen Überblick über die Positionen und Zeugen der einzelnen Parteien.

2. Beweismaterial der Verteidigung. Die Verteidigung ruft Zeugen auf die sie aussagen lassen will und führt Beweise ein die sie vom Gericht begutachtet haben will. Die Verteidigung kann alle Zeugen rufen die relevate Kenntnisse haben, das beinhaltet Dr. Peretti, das WMPD, die Moores, die Hobbs, die Jacobys, etc. Das heißt, es gibt für die Verteidigung keine Einschränkungen wen sie als Zeugen aufrufen oder welche Beweise sie einführen. Der Staat kann die Zeugen der Verteidigung ins Kreuzverhör nehmen.

3. Beweismaterial vom Staat. Nachdem die Verteidigung ihre Beweise präsentiert hat und ruht, wird der Staat Zeugen aufrufen und Beweise einführen und so weiter und so fort. Die Verteidigung kann die Zeugen vom Staat auch ins Kreuzverhör nehmen.

4. Gegenbeweise der Verteidigung. Nachdem der Staat fertig ist und ruht, wird die Verteidigung Zeugen und Beweise präsentieren um jegliche neue Erkenntnisse die der Staat aufgestellt hat zu widerlegen.

5. Schlussplädoyers. Nachdem die Verteidigung fertig ist und ruht, wird das Gericht die Schlussplädoyers hören. Die Verteidigung wird ihre Argumente präsentieren, das gleiche wird dann der Staat machen, und die Verteidigung wird dann Argumente zu deren Widerlegung präsentieren.

6. Entscheidung. Am Ende der Anhörung bleibt es dem Gericht überlassen wie über die Anträge der Verteidigung entschieden wird. Das Gericht könnte die Entscheidungen von der Bank aus treffen (Antrag für ein neues Verfahren wird stattgegeben/abgelehnt), oder die Angelegenheit wird überlegt und die Etscheidung wird zu einem späteren Zeitpunkt getroffen. Das Gericht kann auch schriftliche Feststellungen treffen über Fakten und Schlussfolgerungen des Gesetzes, und wird das auch machen wenn eine Partei das beantragt.

26. Juli 2011:

DNA Statusreport (Echols).

Mitochondriale DNA Analyse der Haar-Beweise ist abgeschlossen.

Insgesamt wurden 12 neue Beweishaare ins Bode Labor geschickt. 3 dieser Haare konnten aus verschiedenen Gründen nicht getestet werden. 8 von den verbleibenden 9 Haaren stimmen  mit dem mitochondrialen DNA Profil von Opfer Chris Byers überein. Das verbleibende Haar, von Beweisstück E-07 (blaue Jeanshose und blaue Brieftasche) hat ein mtDNA Profil, das weder von den drei Opfern, noch von den drei Inhaftierten stammt.

Anmerkung: mtDNA sagt nichts über das Geschlecht aus. Wenn im ersten Report also  von einem männlichen Profil die Rede ist (Chris‘ Turnschuhe) hat man anscheinend nukleare DNA extrahieren können.

Hier noch ein Auszug:

„Was dieses Haar noch beweiskräftiger macht und die Verurteilungen noch mehr in Frage stellt, ist die Abgeschiedenheit des Tatorts. Weil dieser ein isolierter Ort war wo man normalerweise keine menschliche DNA erwarten würde, ist es sehr wahrscheinlich, dass jegliche gefundene DNA jemandem gehört der sie dort hin gebracht hat, in dieses bewaldete Gebiet am 5. Mai 1993, im Zuge der Durchführung des Verbrechens. Die Lage ist wichtig. Ein Haar während der rush hour in der Grand Central Station zu finden ist nicht dasselbe wie eines auf einer unbewohnten Insel mitten im Nirgendwo zu finden.“

19. Juli 2011:

DNA Statusreport (Echols).

Fazit: Alle angeforderten Beweisgegenstände (bis auf einen) sind beim Bode Technology Labor angekommen. Lediglich die Tücher, auf denen die Kleidung der Opfer getrocknet wurde, sind beim WMPD unauffindbar.

DNA: Haar-Beweise sind noch am laufen, nähern sich dem Ende. Alle anderen Beweise (s. Eintrag 19. Februar) hat Bode bereits vollständig analysiert. Ergebnis: DNA wurde an 3 verschiedenen Stellen an Chris Byers‘ Schuhen gefunden 1) E-06 (schwarz/violetter Turnschuh mit Schnürsenkel) – um das Schnürsenkelloch herum 2) auf dem Schnürsenkel von E-06 und 3) E-08 (anderer schwarz/violetter Turnschuh)

1) und 2) sind von der gleichen männlichen Quelle während 3) von einer anderen männlichen Quelle stammt. (1 und 3 beinhalten einen DNA Mix von einer zweiten Quelle)

Auch noch erwähnenswert: Echols, Baldwin und Misskelley konnten bei allen neuen DNA Tests als Quelle ausgeschlossen werden.

Schnürsenkel/Fasern: die Analyse ist noch am laufen.

Bzgl des „grünen, gemüseartigen Materials“ aus Stevie’s Magen – das Arkansas Kriminallabor hat die Verteidigung informiert das das Material nicht präserviert wurde.

Fakt ist: die DNA Spuren stammen nicht von den Opfern und nicht von den 3 Inhaftierten. Quelle? Möglicherweise so etwas unschuldiges wie ein Schulkamerad. Oder schlicht Kontaminierung. Weiß man nicht. Die DNA stammt von einer männlichen Quelle, mehr steht da nicht drin (wie gag order und discovery rule im amerikanischen Rechtssystem zusammenspielen kann ich nicht genau sagen).

Auf den Schuhen von Mike und Stevie fand man jedenfalls keine DNA Spuren.

9. Mai 2011:

Schreiben vom 29. April. Echols will die Beweise für jury misconduct bei der Beweisanhörung im Dezember vorlegen.

Auf Seite 4 Punkt (D) fordert Echlols den Staat dazu auf, diese Beweise zu wiederlegen. Ab Seite 28 beginnen die Statements einzelner Jurymitglieder usw. Das wird also schwer werden.

Noch einmal zur Erklärung: Weil die Jury im Echols/Baldwin Verfahren Jessie Misskelley’s Geständnis in deren Überlegungen miteinbezogen hat, was sie nicht hätten dürfen, steht den Angeklagten ein neues Verfahren zu. Warum es ihnen bisher verweigert wurde weiß der Teufel. Die Beweise sind da.

11. April 2011:

Sehr merkwürdig warum die Staatsanwaltschaft ausgerechnet Jessie Misskelley’s Interview mit Dan Stidham, Greg Crow und Brent Davis vom 17. Februar 1994 ( 2 Wochen nach seiner Verurteilung) dem Schreiben beigelegt hat. Ab pdf Seite 4 beginnt ohne große Einleitung das Gespräch zwischen dem Angeklagten, seinen beiden Anwälten und Staatsanwalt Davis.

Seltsam deswegen weil auf pdf Seite 5, letzter Absatz, sagt (B) Davis klipp und klar das diese Aussage in keinem Verfahren gegen Jessie verwendet werden kann.

Aha.

Nun fragt man sich, was dieses Interview nun 17 Jahre später im Anhang vom Antwortschreiben für die DNA-Tests (!) verloren hat..

Was hat denn das für einen Zweck bitte? Ein Witz. So wie: „Nein, wir haben keine Einwände, ihr dürft ruhig testen, aber seht euch mal an was Jessie hier gesagt hat, könnt ihr euch noch erinnern?“

Der Staat hat nichts in der Hand und weiß es. Deswegen konfrontieren sie die Verteidigung mit Jessie’s Aussagen. So sehe ich das jedenfalls. Deren ganzer Fall stützt sich auch Jessie’s „Geständnis“. Zieht man es weg klappt einfach alles zusammen und ich hoffe einmal das der neue Richter nicht viel Wert auf Jessie’s Aussagen legt.

10. April 2011:

Generalstaatsanwalt McDaniel erhebt keinen Einspruch gegen die Tests.

Laut Mara Leveritt, Buchautorin und investigative Journalistin, hat die Staatsanwaltschaft im vergangenen Jahr Jessie’s T-Shirt getestet (s. Eintrag 6. Januar).

…..

Wenn da etwas rausgekommen wäre würde es diesen Blog schon nicht mehr geben… Nur soviel dazu.

3. April 2011:

Im Antrag für DNA Tests steht kurzum das Echols alle Beweise haben will die man irgendwie (noch) testen lassen kann. Das ist nichts neues denn das sagt Echols sowieso die ganze Zeit („Testet alles. Testet. Testet. Testet. Ich will das die jedes verdammte Ding testen.“ Echols, Jonesboro Sun, Juli 2010) Und wie verhält sich der „Gönner“? Keiner weiß so genau welche Gegenstände Generalstaatsanwalt McDaniel testen hat lassen, noch sind die Ergebnisse bekannt. Hm.. Der Staat hat’s schon leicht irgendwie. Die Verteidigung musste sich (unter Richter Burnett) jedesmal den Arsch aufreißen (Kosten, Genehmigung, Zeit) um z.B. zu der Erkenntniss zu kommen dass es nicht viel DNA von den drei Inhaftierten am Tatort zu finden gab, nämlich gar nichts. Einige Beweise (Tierhaare, Fasern) wurden bis heute ja nicht mal freigegeben, nur gehortet.

31. März 2011:

Die Verteidigung will das „grüne, gemüseartige Material“ das Dr. Peretti bei der Autopsie in Stevie’s Magen gefunden hat, auch testen lassen.

Ob das überhaupt noch geht sei mal dahingestellt (keine Ahnung ob das präserviert wurde) Der Sinn des Ganzen liegt aber auf der Hand: Im Hause Hobbs gab es am 5. Mai Zitat Pam Hobbs „Salisbury Steak, Kartoffelpürree und grüne Bohnen“. Stevie hat davon nichts gegessen. Jedenfalls nicht vor 17:00 Uhr, als Terry, Pam und Amanda noch zu Hause waren. Falls es sich tatsächlich um grüne Bohnen handelt kann man davon ausgehen das Stevie noch einmal nach Hause gekommen ist, bevor er und seine beiden Freunde verschwunden und ermordet worden sind. Möglicher Grund: Hose wechseln. Laut Pam hatte Stevie an dem Tag seine Jeans mit den Löchern in den Knien an. Ein Nachbar hat Stevie in roten Shorts gesehen (und mit einem grünen Rucksack der nie gefunden wurde).

Stevie’s Jean war auch die einzige der 3 Hosen im Abwassergraben, die nicht von innen nach außen gekrempelt war, den Reisverschluss offen hatte, sauber war (und das ist verblüffend, denn die Hosen von Chris und Mike waren komplett dreckig), und in deren Hosentaschen sich nichts befand.

21. März 2011:

Beweisanhörung soll erst am 5. Dezember (!) stattfinden. Das ist, mit einem Wort, zach, weil man sich ja denkt: Wann ist denn der Scheiß endlich vorbei?!?!?!

Scheint so als brauchen die Verteidiger genügend Zeit damit alle ausstehenden Beweise sorgfältig getestet und von Experten begutachtet werden können. Und was Jessie’s Fall betrifft. Er wurde ja separat verurteilt. Wahrscheinlich wird ihm der Staat früher oder später einen „Deal“ anbieten so wie sie es 1994 schon probiert haben. Jeder, der den Schwachsinn kennt kann sich ja ausmalen was von Jessie’s sogenanntem „Geständnis“ am Ende übrigbleibt wenn man ihn am Zeugenstand (und er muss sich vorne hinsetzen und seine beiden Kollegen facen wenn er das macht) nach etwas Spezifischem fragen würde……

17. März 2011:

Entscheidung von Richter Laser. Bis Ende März müssen die Anträge für zusätzliche DNA Tests eingereicht werden inkl. Schreiben das Notwendigkeit, Relevanz, Realisierbarkeit, etc. erläutert. Ein Datum für die Beweisanhörung soll zwischen Oktober und Dezember festgelegt werden.

ja…………………… dauert.

06. März 2011:

Keine Ahnung, wer oder ob Stevie’s Freundschaftsarmband jemals getestet wurde. Eingereicht wurde es am Tag nachdem man die Buben fand. Leute die Stevie kannten sind der Meinung dass er seinen Angreifer mit aller Kraft abgewehrt hätte also kann es nicht schaden wenn irgendwer das Armband auf DNA prüfen lässt. Im Branch-Analysereport vom 29. Juni 94 ist das Armband schon nicht mehr dabei wie man sieht.

05. März 2011:

Hier noch ein kleines Schmankerl aus B/M’s Rule 37 Hearing. Paul Ford und Robin Wadley waren 1994 Jason Baldwin’s Anwälte. Auszug aus Paul Ford’s Befragung (Abstract 42 f.f.)

„Ich hatte einige Diskussionen mit dem Pathologen vom Staat, Dr. Peretti. Ich habe versucht Angelegenheiten wie Todeszeitpunkt und Mechanismen der Wunden mit ihm zu besprechen. Ich erinnere mich das Peretti während einer unserer Diskussionen zu mir gesagt hat: „… Ich glaube es war die Wange von einem der Buben die möglicherweise von einer Schildkröte gewissen worden ist, oder einige von denen waren Schildkrötenbisse.“ Er hat vielleicht gesagt „hätte sein können“. Doch ich habe die Entscheidung getroffen das mich post mortale Verletzungen nicht interessieren. Ich war mehr mit dem Staat beschäftigt, ob die Bewesie vom Staat belegen das Jason Baldwin irgendetwas gemacht hat.  Ich hab probiert zu zeigen das der Fall vom Staat nicht hinhaut. Ich hatte das Gefühl das Schildkrötenbisse kein Faktor darin sind.“

Weiters sagt Ford, dass er keinen Enblick hatte in die Notizen vom Arkansas Kriminallabor, dass er keinen eigenen Pathologen zur Seite hatte, dass er keinen Privatdetektiv engagiert hatte, dass er von DNA, Sperma, Fasern, etc. nicht viel Ahnung hatte, dass er es verabsäumt hat Telefondaten einzuholen um die Aussage von Jason’s Mutter zu bestätigen, dass Jason aussagen wollte und das Jason immer behauptet hat das er absolut unschuldig ist.

03. März 2011:

Da fragt man sich warum der Staat die Tierhaare nicht freigeben will. 1994 wurden noch keine DNA Tests an Tierhaaren durchgeführt. Und welche Relevanz Tierhaare, auf der Haut, unter den Schnürsenkeln, in so einer Umgebung haben liegt ja wohl auf der Hand. Ganz zu Schweigen von echten Experten auf diesem Gebiet wie Dr. Richard Souviron der sich nicht so leicht beirren lässt im Unterscheiden zwischen Tierbissen und ähnlich aussehenden Wunden.

27. Februar 2011:

Zeugenaussagen vom ersten Prozess müssen nicht unbedingt bei einem zweiten Prozess vorkommen. Nur der Richter entscheidet, ob eine Jury z.B. Dale Griffis‘ Zeugenaussage hören wird oder nicht etc.

Jason, Jessie (Januar 2011).

23. Februar 2011:

Mitschrift von Baldwin/Misskelley’s Rule 37 Hearing (August 2008).

20. Februar 2011:

Die 3 Angeklagten bekommen nur dann ein neues Verfahren, wenn sie den Richter davon überzeugen können, dass jedes vernünftige Jurymitglied unter Berücksichtigung aller Beweise (alte und neue, enlastende und belastende) Zweifel an deren Schuld haben würde („reasonable doubt“).

Wenn ein Jurymitglied während dem Prozess zu Ohren kriegt das nicht alle Gegenstände getetstet worden sind wirft das natürlich Zweifel auf. In diesem Fall ist es aber nicht die Verteidigung, sondern der Staat, der nicht alle Gegenstände testen lassen will. Richter Laser wird auch diesen Umstand in seine Überlegungen mit einbeziehen.

Abgesehen von den DNA Beweisen (bereits existierendes sowie neues Material soll getestet werden) gibt es noch eine Reihe weiterer Themen die dem Gericht zur Begutachtung vorgelegt werden: Alibis, falsches Geständnis, Fehlverhalten der Jury, forensische Beweise (Todeszeitpunkt, Todesursache, Ursache der Verletzungen), neue Zeugenaussagen, Motiv, Tatnacht, etc.

Baldwin/Misskelley bitten das Gericht, die bereits existierenden Aussagen beider „Rule 37“ Anhörungen (Echols 1998, Baldwin/Misskelley 2008) zu begutachten (Aussagen u.a. von Dr. Spitz, Dr. Baden, Dr. Ophoven, Dr. Souviron bzgl. „animal predation“).

Echols‘ Verteidigung will, dass Terry Hobbs und David Jacoby als Zeugen aussagen.

Warum? Weil zufälligerweise nur diese beiden Herren ihre DNA am Tatort hinterlassen haben. Oder, um es nicht so „belastend“ auszudrücken: deren DNA am Tatort war.

Im Zuge dessen will man auch die Ehefrauen der beiden, Pam Hobbs und Bobby Jacoby als Zeugen befragen bzgl. der Aufenthaltsorte der beiden Männer zum Zeitpunkt der Morde.

19. Februar 2011:

Grob zusammengefasst steht in den „briefs“ folgendes:

Baldwin/Misskelley beantragen die Freigabe der Haare und Fasern.

(1) um DNA Profile aus ausgewählten menschlichen Haaren zu erhalten.

(2) um Haare als Tierhaare identifizieren zu lassen, insbesondere welche Tierart.

Nur zur Erinnerung: die Tierhaare von denen hier die Rede ist wurden nicht etwa erst letzte Woche als solche identifiziert. Auf Seite 44 im Baldwin/Misskelley Brief, Exhibit 2, befinden sich Kopien der Haare inkl. Notizen. Diese wurden durch mikroskopische Untersuchung bereits am 26. Mai 93(!) als Tierhaare identifiziert. Baldwin wurde bereits 2002 und 2008 der Zugriff auf Tierhaare und Fasern verweigert.

Ein weiteres Beispiel aus der Vergangenheit: Staatsanwalt Davis wollte Echols‘ Halskette auf der sich eine mikroskopische Menge Blut befand am Tag vor der Urteilsverkündung im Echols/Baldwin Verfahren noch schnell als Beweis einführen. Richter Burnett lehnte das ab. Im Oktober 1997 will Echols die Kette nochmal testen lassen, da die ersten (vom Staat durchgeführten) Tests unklare Ergebnisse zu Tage brachten. Hier sieht man wieder: die Verteidigung will eine klare Antwort während der Staat sich mit einem unzulänglichen Testergebnis zufrieden gibt. Was mit der Kette danach geschah ist mir bis heute schleierhaft, weil mir weder ein Nein-Brief vom Staat noch ein Laborbericht bekannt sind.

Die Fasern will man ganz einfach mit fortgeschritteneren Methoden nochmal testen lassen. Vor allem jene Fasern aus dem Hause Echols bzw. Baldwin, die Kriminalistin Lisa Sakevicius als „übereinstimmend mit“ bestimmten Kleiderfasern der Opfer beschrieben hatte. Der Verteidigung wurden beim Prozess 1994 lediglich die Berichte der Kriminalistin ausgehändigt. Weder Sakevicius noch John Kilbourn (auch vom Staat beauftragt) konnten vor Gericht behaupten, ob die in Frage kommenden Fasern genau von dieser oder jener Quelle stammen.

Der Staat fordert, dass keine DNA Tests durchgeführt werden sollen.

Die Entscheidung, ob nun getestet werden darf oder nicht, liegt in den Händen von Richter Laser (noch kein Datum bekannt).

Der Staat macht anscheinend was er will: Nachdem man „eigene“ Tests durchgeführt hat (s. Eintrag 06. Januar), ohne Absprache, dessen Ergebnisse noch immer im Dunkeln liegen, fordert man nun das die Verteidigung überhaupt nichts testen darf?

Anmerkung: die sündhaft teuren Tests muss die Verteidigung sowieso selber zahlen.

Echols fordert DNA Tests für:

die gesamte Kleidung der Opfer, inkl. Schuhe.

die Holzbretter die am Tatort gefunden wurden (Baumhaus).

die Schuhbänder der Opfer sollen abgemessen werden um zu bestimmen welches Schuhband offensichtlich halbiert und als Bindung verwendet wurde. Der übriggebliebene Teil der nicht als Bindung verwendet wurde soll auf Fasern getestet werden um es mit anderen Fasern in diesem Fall vergleichen zu können.

alle übriggebliebenen biologischen Extrakte die sich im Arkansas Kriminallabor oder sonstwo befinden, inkl. „Nagelhaut“ von den Bindungen.

verschiedene Gegenstände, physische Beweisstücke, vom Tatort sollen auf Fingerabdrücke und DNA überprüft werden: Sheriff Stern, Katzenaugen, Fahrräder, Eispickel, Zigarettenpackungen (oder andere Behälter) und Zigarettenstummel, Kinderbrieftasche, Haken und Seil, und alle Holzstöcke.

Anmerkung: welche Relevanz der Eispickel hat würd ich gern wissen.

alle Haare vom Tatort. Bzgl. der beiden kastanienbraunen Barthaare wird beantragt das nur eines davon getestet wird damit das andere für zukünftige Tests, falls notwendig, aufbewahrt werden kann.

die weißen Laken, auf denen die Opfer zur Rechtsmedizin transportiert wurden, und das weiße Papier, auf dem die Kleidung der Opfer getrocknet wurde bevor es untersucht wurde.

einige andere potentielle Gegenstände… (wird fortgesetzt)

18. Februar 2011:

Baldwin/Misskelley

Echols

31. Januar 2011:

Die Schriften („briefs“), die die Anwälte am 18. Februar einreichen werden sind öffentlich zugänglich. Wie das mit dem Inhalt und dem „gag order“ aussieht, und wie die neuen Beweise (die noch nicht veröffentlicht wurden) gehandhabt werden kann ich nicht sagen.

16. Januar 2011:

Interview mit Jason Baldwin (33) vom 14. Januar 2011, Arkansas Department of Corrections, Tucker Unit.

Obwohl Arkansas Times Reporter David Koon und Kameramann Brian Chilson bereits im Vorfeld das OK erhalten haben Interviews mit allen 3 führen zu dürfen und auch die 3 Inhaftierten ein Formular unterzeichnet haben das ihnen ein Interview gestattet gab es schlussendlich nur dieses eine Interview mit Jason Baldwin, aufgenommen in irgendeinem Konferenzraum im Gefängnis. Man durfte Damien und Jessie zwar filmen (zu sehen gegen Ende des Interviews), jedoch nicht mit ihnen sprechen.

Interview mit Damien Echols (36) vom 23. November 2010, Arkansas Department of Corrections, Varner „Super Max“ Unit.

06. Januar 2011:

Generalstaatsanwalt Dustin McDaniel äußerte sich bei einer Wahlkampf-Pressekonferenz im Oktober 2010 folgendermaßen über die noch ausstehenden Beweise:

„Es gab es ein paar Situationen in denen wir zusätzliche Beweise angesprochen haben, es gab Anfragen von der Verteidigung, es gab Angelegenheiten die vor Gericht gebracht wurden und es gab Gegenstände die wir eingereicht haben, von uns aus. Ich würde nicht fälschlicherweise bestimmen wollen welche Gegenstände unter welchen Geltungsbereich fallen, aber wir haben definitiv, von uns aus, weil ich derjenige war der die Instruktionen gegeben hat das sämtliche Gegenstände, die nicht für Tests beantragt wurden, losgeschickt werden für DNA Tests, und dann haben wir freiwillig die Ergebnisse vorgelegt. Und das ist in den letzten paar Monaten passiert.“

05. Januar 2011:

John Philipsborn, Baldwin’s Anwalt, zu den Tests: „Die Verteidigung will einige Haare auf tierische DNA prüfen lassen. Dabei könnte es aber ein Problem geben, Geld. Es dauert mindestens einen Monat bis genug Geld für die Tests bereitsteht. Die Tests sollen vor der Beweisanhörung durchgeführt werden.“

Zur Erinnerung: Der Oberste Bundesgerichtshof von Arkansas hat im November einstimmig beschlossen, dass eine Beweisanhörung abgehalten werden muss weil der ehemalige Richter Burnett die neuen DNA Beweise nicht in Betracht ziehen wollte. Dazu kommt noch eine Anklage wegen Fehlverhalten der Jury („jury misconduct“).

04. Januar 2011:

Heute gab es eine Konferenz mit Richter Laser und insgesamt 10 Anwälten (2 jeweils für Echols, Baldwin, Misskelley, 4 vom Staat)

Bis spätestens 18. Februar muss klar sein, welche Themen bei der Beweisanhörung besprochen werden und wann das Ganze endlich stattfinden soll. Laser sagt, dass er den Fall „mit Priorität“ behandle und ihn „so schnell wie möglich“ beenden möchte.

Die Anwälte der Angeklagten erwähnten, dass es immer noch Beweismaterial gibt (Haare, Fasern) das nocht nicht getestet wurde. Die „vermischten“ Haare seien menschliche Haare und einige andere tierischen Ursprungs.

Laser ordnet an, dass alle Tests „über dem Tisch“ durchgeführt werden sollen. Die Anwälte dürfen nicht mit den Medien sprechen („gag order“).

Aus Zeit- und Geldgründen wird es nur 1 Anhörung für alle drei Angeklagten geben.

01. Dezember 2010:

Der neue Richter, der als nächstes eine Konferenz mit allen beteiligten Anwälten abhalten wird um ein Datum für die Anhörung festzusetzen, heißt David Laser. Richter Burnett hat mit diesem Fall nichts mehr zu tun.

23. November 2010:

Gestern war der letzte Tag an dem der Staat Einspruch gegen eine Beweisanhörung hätte erheben können. Ist aber nicht passiert, das heißt die Anhörung wird stattfinden. Termin gibt es derzeit noch keinen.

Es gibt 2 Möglichkeiten: Entweder der Staat will den Fall nicht neu verhandeln und die 3 werden unmittelbar aus der Haft entlassen. Oder, der Fall wird vor Gericht neu verhandelt und das Ganze dauert dann bis mind. nächstes Jahr. Das Problem bei ersterem ist das der Staat den Fall jederzeuit neu verhandeln kann und die 3 während dem Verfahren wieder in Haft sein werden.

Bei den Anhörungen müssen alle ihre Bewesie auf den Tisch legen, sozusagen. Damit dürfte dann auch der Tratsch in den Internetforen erledigt sein. „Was hat der Staat noch an Beweisen?“ „Was hat die Verteidigung herausgfefunden?“ etc.

04. November 2010:

Das Oberste Bundesgericht beschließt einstimmig: NEUE ANHÖRUNGEN!

Weil das Bundesgericht findet dass das Bezirksgericht das DNA Gesetz falsch interpretiert hat wird der Fall vom Bundesgericht an das Bezirksgericht zurückgeschickt wo eine Anhörung mit den DNA Testergebnissen und allen anderen Beweisen in diesem Fall stattfinden soll. Die Beweisanhörung soll „prompt“ erfolgen.

30. September 2010:

Bei der Anhörung vor dem Obersten Bundesgericht haben die beiden Anwälte, Dennis Riordan, von Echols‘ Verteidigung, und David Raupp, Assistent von Generalstaatsanwalt Dustin McDaniel jeweils 20 Minuten Redezeit vor den Richtern, um ihre Argumente für bzw. gegen ein neues Verfahren darzulegen.

Im Staat Arkansas wurde 2001 ein Gesetz eingeführt das Inhaftierten den Zugang zu DNA Tests erlaubt um eine mögliche irrtümliche Verurteilung beweisen zu können.

Riordan gibt ein eindrückliches Beispiel für die ungerechte Auslegung des DNA Gesetztes im Staat Arkansas: Ein Mann sitzt im Gefängnis und behauptet das er unschuldig ist. DNA Beweise weißen tatsächlich auf einen anderen Täter hin. Damit konfrontiert sagt dieser dann sogar „Ja, ich habe das Verbrechen begangen.“ Nach der jetzigen Auslegung des DNA Gesetzes in Arkansas bekommt der Unschuldige im Gefängnis aber keine Chance auf ein neues Verfahren. Raupp meint, weil die durchgeführten DNA Tests nicht endgültig die Unschuld des Angeklagten beweisen können darf es auch kein neues Verfahren geben. Die Richter wundern sich über Raupp’s Interpretation von „alle Beweise“. Die neuen DNA Ergebnisse, die die Angeklagten entlasten, sollen, so Raupp, nur mit allen Beweismitteln, die für Schuld sprechen, zugelassen werden. Wo genau in dem Gesetz „alle Beweise für Schuld“ stehe, wird Raupp von einem der Richter gefragt. Und Raupp stammelt herum, weil es da nicht so steht. Was denn der Nachteil wäre, wenn man ein neues Verfahren mit allen Beweisen genehmigen würde, fragt schließlich einer der Richter. Darauf Raupp „Der Nachteil ist das Interesse der Strafjustiz in Endgültigkeit.“ Riordan will nichts anderes, als das die Richter ein neues Verfahren genehmigen und eine Anhörung mit allen Beweisen stattfinden kann.

Laut Arkansas Gesetz § 16-112-208 (e)(3) heißt es:

Wenn die DNA Testergebnisse, mit allen anderen Beweisstücken in dem Fall in Betracht gezogen, ungeachtet dessen ob die Beweise beim Verfahren eingeführt wurden oder nicht, begründen, dass bei überwältigenden Beweisen ein neues Verfahren mit einem Freispruch enden würde.

Das Oberste Bundesgericht hat nun 60 Tage Zeit um eine Entscheidung zu treffen.

Anmerkung: Das Copyright mancher Texte liegt nicht beim Autor dieses Blogs. Ich übernehme keine Haftung für irgendetwas. Geschwollenes, juristisches Fachchinesisch wurde von mir so gut es geht sinngemäß aus dem Englischen übersetzt. Ich bin weder ein Anwalt noch ein professioneller Übersetzer. Fragen an: lukasjoerger@gmx.at

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